thinrinuum

Ich lebe in Berlin. wurde 1983 geboren and sammle dies und das im Internet für jeden und keinen.
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? und clevergy

eine kurze Familiengeschichte von mir, die ich mir selbstverständlich nur ausgedacht habe, die aber genausogut real sein könnte/ist.

Meine Mutter will nicht, dass ich ihr dabei helfe die Krankenkasse dazu zu bewegen meiner Oma eine Pflegestufe zuzuweisen. ich kenne mich damit nicht wirklich aus und weiß nur, dass meine Oma eine komplette Vollmacht an meinen Vater, ihren Sohn, ausgestellt hat. Diese Vollmacht liest sich wie die freiwillige Zustiimung, von unbestimmter Zeit an, nur noch die Freiheitsbefugnisse eines Säuglings zu haben. Dennoch schafft es so mancher [Kundenaquise betreibender] provisionsgeiler Hirnverbrannter meiner Oma einen all inclusive-Vertag aufzusetzen ohne dabei als grenzwertig zu empfinden, wer ihm da gegenübersitzt. Aus diesem ignoranten Umgang [der angeblich völlig unterfinanzierten Krankenkasse] kann ein Provit gemacht werden, da sieh einer an! So fügt sich also alles zusammen. Nur dass meine Oma da mitspielt will ich nicht wahrhaben, das kann doch nicht sein. Denk ich mir und kotze, während ich, 200km entfernt von meiner Oma, am Computer sitze. Verdammte Scheiße, kann ich dazu nur sagen. Meine Beziehung besteht größtenteils darin mir am Telefon sagen zu lassen, dass ich mich raushalten soll.

und ja, das Fragezeichen steht für eine Firma [Telekommunikation natürlich] deren Name ich jetzt nicht weiß, aber da ich jetzt meine Oma nicht damit belästigen will, muss ich wohl abwarten bis meine Mutter wieder in dem Papierberg meiner lieben Oma nachsehen kann.

ich traue mich nicht mit meiner Oma darüber zu sprechen, aber ich sollte endlich die Zeit finden es zu tun. Was würde das bringen? Ich brauche sie nicht fragen, was genau wer gesagt hat, während des Verkaufsgesprächs, denn daran erinnert sie sich nicht. Ich kann fragen, wie lange das Gespräch gedauert hat, aber das könnte sie auch vergessen haben. Ich frage mich, ob dieser [clevergy]- oder [?]mitarbeiter wirklich gemerkt haben, dass sie nicht in der Lage ist solche Entscheidungen zu treffen. Ich frage mich, ob sie solche Entscheidungen wirklich nicht mehr treffen kann. Vielleicht wäre es auch überhaupt kein Problem, wenn sie jetzt einen anderen Telefonanbieter als die Telekom hätte oder ihren Strom von clevergy bezieht, vielleicht hätte sie ja auch den Wasserkraftsstrom gewählt ;-) wer weiß.. aber meine Mutter hat bereits alle vertragsaufhebenden Schritte eingeleitet. Vielleicht wäre es auch egal. Ich kann meiner Oma diese Entscheidungsgewalt nicht absprechen, aber es ist irgendwie doch nötig, weil sie sich daran meistens kaum erinnert. Es ist schon ein Fortschritt zu hören, dass sie weiß, dass es ein Mann oder eine Frau war, der/die dagewesen ist. Eigentlich ist es erschreckend, wie wenig ich über sie weiß. Verdammt nochmal das kann doch nicht so weitergehen!

Post zu lang. Ich hoffe Fortsetzung folgt.

und ja, das ist hier selbstverständlich nichts weiter als Kapitalismuskritik.

via readers-edition

Das große Vertrauen und die Art und Weise wie Angie damit umgeht, wenn man ihre Entscheidungen nicht gutheißt. Da war doch was: Spendenaffäre, allein Wolfgang Schäuble war mit 100000DM dabei. Jetzt wird er Finanzminister sein. Wikipediaartikel zur CDU-Spendenaffärre

lichtblick AG (mein Stromanbieter)

Das Räderwerk meines Zugangs zum Strom. Welche Wahl habe ich wie ich meine Akkus auflade oder Wer oder Was sitzt hinter meiner Steckdose?

Ich finde noch nicht einmal eine Stromerzeugerliste und wenn ich Heinz Engs Artikel glaube, dann existiert diese Liste auch garnicht, weil die Firma Lichtblick deren Veröffentlichung nicht gutheißt. Na wunderbar. Ich habe sowieso den Eindruck, dass alles Vertrauen, welches ich in diese Firma setze auf deren sorgsam konstruierten Öffentlichkeitsprofil beruht, ganz zu schweigen von der Presse über Lichtblicks Firmenpoltik usw., deren verschwommenen Urteile nur allzuoft auf Statistiken beruhen, die sich bei genauerer Betrachtung widersprechen. Ich spare mir jetzt Beispiele dafür zu finden, dass das passieren muss, bei dem Zeitdruck, der absolut sicheres (was ist das?) Recherchieren unmöglich macht, ist klar, ich habe ja auch keine Zeit. Es wird mir allerdings auch nicht überlassen gründlich recherchieren zu können, die Listen, die ich bräuchte sind nicht frei vorhanden. Vielen Dank. Die bunten Bilder und vorbildlichen Texte bei lichtblick.de erfüllen jedenfalls meine Augen und mein Herz mit einem wunderschönen wie faktenentleertem Bild von einer Firma, der ich gedankenlos mein Geld auf deren riesige Konten schiebe.

hier ist das worauf ich mich verlassen muss: TÜV-Zertifikat

Stellt mich das zufrieden? Ich weiß eigentlich garnichts. Ich fühle mich geblendet. Schon als dieser Mann an dem Lichtblickstand bei der Post mir hinterherrief, dass ich vorbildlich handeln würde, weil ich bei denen schon Kunde bin, hätte ich misstrauisch werden müssen. Ich lasse mich an der Nase herumführen wie ein kleines Kind.

sowas muss man sich jetzt also kaufen

wenn man nicht die Straße entlanglaufen und gleich jedem Interssierten sämtliche Identitätsmerkmale, die auf dem RFID-Chip im Reisepass gespeichert sind, verraten möchte.

via Schieflage

+++ for sale +++

Studienkollege hat gerade beim vz angefragt, ob wir nicht alle zusammenlegen wollen, es wird kälter.. 90ha bei ebay

Schaltet den Schmerz ab!

(das ist keine vorsätzliche wumpscut-Anspielung) Ich möchte duschen, ich rieche es noch. Ich bin längst zuhause und bilde mir ein der Gestank wäre immernoch da! Mir ist eben gerade regelrecht die Kotze hochgestiegen. Was ist das? Was ist das für ein widerlicher Geruch, der diesem Obdachlosen in der Bahn heute anhing? Er sagte, er hätte einen entzündeten Fuss. Alle Anwesenden haben sich die Nase zugehalten, eine Frau hat sogar die Flucht ergriffen. Ein andere Frau meinte zu ihrer Tochter, das wäre ein Junkie gewesen, bei dem sämtliche Körperstellen entzündet wären. Neulich meinte ein anderer Obdachloser zu mir, dass dieser Geruch von seinen offenen(!?) Beinen stammen würde. Ich vergesse diese Begnungen nicht. Eine alte Frau meinte dann heute eine Minute später, nachdem der Obdachlose verschwunden war, zu einem anderen es wäre ja jetzt vorbei, er solle und könnte jetzt wieder gerade stehen, die ganze Zeit müsse man ja nun auch nicht so tun. Eine unglaublich intensive Erfahrung mit diesen Menschen war das dort heute - gemeinsam in dem wirklich wahrhaftigen Gestank des Elends. Ich hatte genau noch einen Cent bei mir, das muss man sich mal vorstellen. Keiner hat ihm Geld gegeben - niemand! Er hat gebettelt, seit einer Stunde versuche er seinen heißen Abendtee zusammenzuschnorren, aber er hat es nicht geschafft, so schwer sei es, hätte denn niemand ein bisschen Geld übrig? fragte er. Nein, hatten wir(!) nicht. Der Mann wird jämmerlich verecken - eine Tragödie, so schlimm, dass sich nicht die unerschrockendsten Aufklärer trauen, selbiges auch nur fiktiv zu verfilmen. Und wenn doch, dann schaut es niemand an und wenn doch, dann bitte vor dem Hintergrund eines anderen Landes, einer anderen Stadt. Das heute war auf jeden Fall zu nah für mich. Er hat mir nichtmal in die Augen gesehen. Es war nicht der Mann selbst, der diese Begegnung für mich so einschlägig gegenwärtig erscheinen lässt, sondern der Umstand mich in einem fast geschlossenen Raum zu befinden und die vielen anderen Menschen! Jetzt erst schreibe ich das auf. Vor zwei Wochen schon bin ich gerade von einer Schnackeirei mit meiner besten Freundin nachhause gekommen und sehe vor unserer Kaufhalle, dh, die, die nur einen Steinwurf von der Wohnung entfernt ist, diesen einen Obdachlosen sitzen, der mir schon vorher mal aufgefallen war, weil er so wahnsinnig dünn von Weitem aussah und fragte, ob ich ihm was mitbringen könnte, ich musste noch Milch kaufen. Was wollte er haben? Nach kurzen Überlegungen entschied er sich für einen großen Kaffee mit 4x Milch und 10x Zucker. Als ich dann wieder rauskam hockte ich noch eine ganze Weile bei ihm, in der er mir so einiges über sein leben erzählt hat. Ich werde das jetzt aufschreiben, zumindest den Teil, den ich noch in Erinnerung habe. Ich würde jetzt an deiner Stelle wahrscheinlich garnicht weiterlesen. Das ist das, was mich am dauerhaftesten erschreckt. Da ich nur am Starren war, als er nacheinander die Milch und den Zucker in den Kaffee kippte, fragte ich ihn, ob er irgendwo schläft, wo es einigermaßen warm ist. Er sagte, er schläft in einem Hausflur in der Nähe. Ich sagte, dass es kalt wäre, warum er nicht in so eine Obdachlosenunterkunft geht. Dann habe ich mich hinuntergehockt und trotzdem nicht gleich verstanden, was er meinte als er sagte, dass man sich dort den Raum mit vielen anderen teilen müsste, obwohl ich in dem Moment den Gestank schon längst gerochen hatte. Er musste aus der Wohnung, die er mit einem Kumpel bewohnte, verschwinden, da sind Ratten gewesen. Seine Beine haben sich entzündet und es heilt nicht, das wäre der Grund, weshalb er so riecht. Er würde ja gern zum Arzt gehen, aber das geht nicht. Ich habe nicht genauer nachgefragt, ich hatte ehrlich gesagt Angst, er würde mir seine Beine zeigen. Hat er nicht. Ich habe dann gefragt, wie er überhaupt die Schmerzen erträgt und ob er irgendwas genommen hat. Nein, sagte er, hat er nicht und an die Schmerzen gewöhnt man sich, nur abends ist es besonders schwer zu ertragen, wenn man schlafen will. Er hat mir die tiefe Einstichwunde in seiner Ellenbeuge gezeigt. Alles wäre irendwie schief gelaufen. Ich habe ihn auf 29 geschätzt. Er sagte er sei 23. Eine Kleinigkeit hätte das alles ausgelöst. Die ganze Situation kam mir sehr unwirklich vor, vor allem in dem Moment als ein Kind direkt neben uns zu spielen anfing und laut seiner Mutter irgendwelche Dinge zurief, die direkt neben mir stand. Er erzählte noch dieses und jenes bis er, als dieses Spiel noch einen Moment andauerte, etwas lauter sagte, dass ich ihm eine geladene Pistole besorgen sollte, wenn ich ihm wirklich einen Wunsch erfüllen wöllte. Den Ernst in seinen Augen wag ich nicht zu beurteilen. Für meine Verhältnisse wirkte er vergleichsweise nüchtern. Ich sagte, ich habe keine und würde das auch nicht machen. Er sagte, das wüsste er doch, war doch nur ein Scherz. Ihm fiel dann auf, dass ich einen Löffel zum Rühren vergessen hatte mitzubringen, den ich gleich holte, nachdem ich ihm den Löffel gegeben hatte bin ich gleich gegangen. Ich wünschte ihm noch alles Gute oder so ähnlich, was mir natürlich, wie so ziemlich alles Gesagte, gleich im Hals stecken blieb, obwohl es doch schon ausgesprochen war. Das ist eine ziemlich öffentliche Angelegenheit, wer hätte nicht ähnlich dämlich reagiert wie ich? Was kann man denn noch tun außer nichts, sollten wir paar Leute, die dieses blog kennen, mal überlegen. Oder zumindest darüber nachdenken, dass es manchmal nur der Zufall ist, der an der Grenze der Gesellschaft Ränder wegrutschen und sterben lässt!

SPEAKING PIANO via spreeblick meine Güte, wie gruselig ist das denn. hier der Declarationstext